Freiburger Forum

für Analytische Psychologie


Veranstaltungen 2008:


Die Veranstaltungen im Jahr 2008 stehen unter dem Thema:

"Peinlich, peinlich..." - Wege aus Scham und Schuld


Alle Referentinnen und Referenten sind analytisch tätig.

Als Gastreferentinnen begrüßen wir:

Frau Linda Briendl, lic. phil., Baden / Schweiz,
arbeitet als Psychologin, Psychotherapeutin SPV und Supervisorin in eigener Praxis. Sie ist Jung’sche Lehranalytikerin und Ausbilderin. Seit vielen Jahren hält sie Vorträge und Seminare, vor allem zum Thema therapeutische Arbeit mit Bildern, und ist in der psychotherapeutischen Fort- und Weiterbildung tätig.

Frau Dafnea Beatriz Sorgedrager, Dipl. Psychologin für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Psychotherapeutin SPV, Zürich,
In Spanien geboren. Studium der Psychologie und Ethnologie.
Psychotherapeutische Ausbildung am Szondi-Institut in Zürich. Familientherapeutische Ausbildung bei Boszormenyi-Nagy.
12 Jahre Studienleitung für Kinder- und Jugendlichen- Psychotherapie am C.G. Jung-Institut, Zürich.
Psychotherapeutische Praxis in Zürich für Kinder, Erwachsene und Familien.
Dozentin und Supervisorin. Publikation zum Thema Familienwahrheiten.


Vorträge - Seminare - zur Navigation

 

 

Vorträge:

Alle Vorträge finden statt im
Vortragsraum Jakob-Burckhardt-Straße 13,
79098 Freiburg (gegenüber Stadtgarten)

Unkostenbeitrag: EUR 6.- ermäßigt EUR 4.-.


Freitag 29.02.2008, 20 Uhr - Linda Briendl:

Scham, die überschattete Emotion -
Von der Peinlichkeit zur Selbstverachtung

Scham ist eine starke Emotion. Sie hat viele unterschiedliche Nuancen und Variationen. Das Erlebnis von Scham ist unangenehm. Es bewirkt, dass wir unsere Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche verdrängen, sie werden überschattet. Durch die Verlagerung in den unbewussten Schatten verlieren wir den Zugang zu den eigenen Gefühlen und sind damit von wichtigen Ressourcen in uns selbst abgeschnitten. Die Schwierigkeiten in unseren Beziehungen nehmen zu. Um sich selbst mit allen schambedingten Gefühlen anzunehmen, ist Arbeit am Schatten nötig. Wie die abgelehnten Ich-Anteile sich behindernd auf die Lebensbewältigung auswirken und auf welche Weise Menschen lernen können, sich auf sich und ihre Gefühle zu verlassen, wird im Vortrag anhand von Beispielen und den dazugehörigen Bildern erläutert.

 

Freitag 11.04.2008, 20 Uhr - Dafnea Beatriz Sorgedrager

Schuld und Scham bei Tätern und Opfern

Der Dialog über die NS-Zeit in Familien von Überlebenden und Nazi – Tätern ist unterschiedlich, aber beide zeigen die Tendenz zu verheimlichen. Je mehr die Wahrheit verschwiegen wird, desto nachhaltiger wirken sich Schuld- und Schamgefühle auf die nachkommenden Generationen aus.
Das aus der Praxis entwickelte Interventionskonzept nenne ich das „wertoffene Umpolen“ und es veranschaulicht, wie der Dialog den Zugang zur Opfer- und Tätergeschichte erleichtern kann. Beispiele aus der Praxis geben Einblick in diese Arbeit.

 

Freitag 27.06.2008, 20 Uhr - Hendrik Stegner:

Traumdeutung

Der Traum ist die nächtliche Sprache des Unbewussten. Wir reden über das Unbewusste oft so als ob wir es genau kennen  würden. Unbewusst ist aber etwas, was uns nicht bewusst ist! Das schwierigste ist es also, eigene Träume zu verstehen. Diese These untersuche ich an bekannten Träumen von Freud und Jung, ihren eigenen Interpretationen und zwangsläufig damit verbundenen Irrtümern.

 

Freitag 19.09.2008, 20 Uhr - Gert Sauer:

Und jeden Tag die Scham

"Und dann haben sie uns die Elektrizität abgestellt. Meine Mutter hat mir gesagt, dass ich darüber nicht reden darf."
"Und dann war mein Bett doch wieder nass. Ich habe mich ja so geschämt vor den Kameraden."
 "Mein Vater hat Bankrott gemacht. Wir müssen das schöne Haus verlassen und das Auto hergeben. Ich soll mit niemandem darüber sprechen"
Scham im Alltag. Verborgen unter der Maske des Wohlergehens. Geprägt durch den Riss zwischen realer Lage und sozialem Schein - und gespeist von der Angst ausgestoßen zu werden. Nicht mehr dazuzugehören. Über die alltäglichen Grausamkeiten einer sogenannten vernünftigen Gesellschaft.

 

Freitag 17.10.2008, 20 Uhr - Gidon Horowitz:

"Sesam, öffne dich!" - Hintergründe und Folgen schamloser Bereicherung

Auch in sogenannten "reichen" Ländern wie Deutschland geraten immer mehr Menschen in Armut und existentielle Not - oft sogar trotz Erwerbstätigkeit. Viele von ihnen leiden in der Folge unter Ängsten und Depressionen. Auf der anderen Seite verdienen Spitzenmanager großer Konzerne in einem Jahr oft mehr als ein Arbeitnehmer mit durchschnittlichem Einkommen in seinem ganzen Leben. Diese zunehmende Spaltung der Gesellschaft belastet den sozialen Frieden, zunehmende Gewalt ist eine der Folgen.
Ausgehend von einigen Märchen wird im Vortrag auf die Hintergründe und Folgen der maß- und schamlosen Gier nach Geld eingegangen.

 

Freitag 21.11.2008, 20 Uhr - Arved Grieshaber:

"Das Herz als schlagendes Gewissen" - Psychogenese des Gewissens

Herz und Gewissen sind uns in der Mutter angeboren als Herzgewissen. Herz und Gewissen haben als Matrix Mittlerfunktion. Beide sind uns phylogenetisch wie physiologisch pränatal angeboren. Gewissen und Herz sind so Prototypen und Archetypen der Menschheits- und Bewusstseinsgeschichte. Aischylos' und Euripides' Muttermord in der "Orestie" (um 550 v. Chr.) galt lange als Selbstverortung der individuellen Gewissensverinnerlichung. Die altägyptische Religion Afrikas mit der "Herz-Wägung vor dem Totengericht" (um 2100 v. Chr.) gibt uns früheste Hinweise über die Phylogenese und Ontogenese des Gewissens, noch vor dem Christentum. Was geschieht nach dem Tod mit dem Gewissen, wenn das Herz nicht mehr schlägt? - Das "tibetanische Totenbuch" gibt uns ebenso Hinweise dazu.

 

 

Seminare:

Samstag 29.03.2008 Tagesseminar mit Gert Sauer (Tel. 0761-56993)
Aktive Imagination mit Träumen (9.30 bis 17 Uhr)

Samstag 19.07.2008 Tagesseminar mit Gert Sauer (Tel. 0761-56993)
Andere und sich selbst verstehen mit der T y p o l o g i e C.G. Jungs

Die Ereignisse unseres Lebens sind das Eine. Wie wir sie wahrnehmen und dann aufnehmen, ist das Andere. Viele haben sich bemüht, durch Typologien eine Orientierung in der Darstellung der Unterschiedlichkeit des menschlichen Verhaltens  zu finden. C.G. Jung hat schon in den zwanziger Jahren deszwanzigsten Jahrhunderts eine wissenschaftliche Darstellung der verschiedenen Zugänge zur Wirklichkeit in seiner Typologie  darzustellen versucht  Diese ist bis heute nützlich und hilfreich, weil es eben nicht stimmt, dass alle auf die gleiche Weise sehen, wahrnehmen und hören. Viele unnötigen Konflikte können aufgelöst werden durch die Erfahrung, dass verschiedene Typen verschiedene Sprachen sprechen und deshalb Übersetzung nötig ist.

Samstag 20.09.2008 Tagesseminar mit Gert Sauer (Tel. 0761-56993)
Aktive Imagination (9.30 bis 17 Uhr)

Samstag 08.11.2008 Seminar (14 bis 19 Uhr) mit Ursula Bernauer (Tel. 0761-54295)
Sein Gesicht zeigen - Bilderseminar zu "Las Meninas" von Velazquez und Picasso

Nähere Auskünfte (Inhalte, Zeiten, Ort) und Anmeldung zu den Seminaren bei der/dem jeweiligen Dozentin/en.

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Stand 11.06.2008